
Prag hat rund 1,3 Millionen Einwohner, verteilt auf 22 Stadtbezirke, die eigentliche historische Altstadt kommt dabei nur auf etwa 40.000 Bewohner. Der Rest der Stadt liegt in Außenbezirken, die Touristen selten zu Gesicht bekommen, obwohl dort das eigentliche Prager Alltagsleben stattfindet. Wer sich vor der Reise ein paar praktische Dinge klarmacht, spart sich unnötigen Ärger und unnötige Ausgaben.
Währung: Kronen, nicht Euro
Tschechien ist seit 2004 EU-Mitglied, hat den Euro aber bis heute nicht eingeführt, ein Zieldatum gibt es nicht. Bezahlt wird in tschechischen Kronen (CZK, Kč), der Kurs lag Mitte 2026 bei etwa 1 Euro zu 24 bis 25 Kronen. In touristischen Bereichen wird zwar oft Euro akzeptiert, allerdings zu einem Kurs, der klar zulasten der Gäste geht. Wer mit Karte zahlt und am Terminal gefragt wird, ob die Abrechnung in Euro oder Kronen erfolgen soll, sollte immer Kronen wählen. Die Euro-Umrechnung direkt am Terminal, auch dynamische Währungsumrechnung oder DCC genannt, liegt fast immer über dem realen Kurs.
Wechselstuben mit Vorsicht genießen
Rund um Altstädter Ring und Wenzelsplatz werben manche Wechselstuben mit „0 % Kommission“, verstecken die schlechten Konditionen aber im Wechselkurs selbst. Es gab Fälle, in denen Reisende für 100 Euro am Ende nur rund 60 Euro Gegenwert in Kronen bekamen. Sicherer sind Geldautomaten der etablierten tschechischen Banken oder Wechselstuben etwas abseits der Hauptlaufwege. Von Personen, die auf der Straße besonders gute Kurse anbieten, sollte man grundsätzlich die Finger lassen, in solchen Fällen wird gelegentlich in wertlose Fremdwährung statt in Kronen gewechselt.
Leitungswasser und Trinkgeld
Prager Leitungswasser ist unbedenklich trinkbar, auch öffentliche Brunnen in Parks und auf Plätzen führen in der Regel genießbares Wasser. In Restaurants wird eine Wasserkaraffe aber, anders als in manch anderem europäischen Land, nicht automatisch zum Essen gestellt, wer Leitungswasser möchte, muss aktiv danach fragen, sonst landet schnell eine teure Flasche auf dem Tisch. Trinkgeld ist freiwillig, üblich sind 5 bis 10 Prozent bei Zufriedenheit. Manche Lokale schlagen automatisch eine Servicegebühr von 10 bis 15 Prozent auf die Rechnung, ein Blick auf den Bon vor dem zusätzlichen Trinkgeld lohnt sich.
Häufige Touristenfallen
Am ehesten ärgern sich Besucher über drei Dinge: überteuerte Taxifahrten, Restaurants ohne klare Preisangabe auf der Karte und automatisch berechnetes Brot oder Nüsse, die niemand bestellt hat. Für Taxifahrten empfiehlt sich eine App wie Bolt oder Uber, dort steht der Preis vorher fest. Restaurants direkt am Altstädter Ring sind fast durchgehend touristisch kalkuliert, bei vergleichbarer Qualität kostet dasselbe Essen zwei Straßen weiter oft deutlich weniger.
Öffentlicher Nahverkehr
Prags Nahverkehr funktioniert als ein integriertes Tarifsystem, ein Ticket gilt für Tram, Metro und Bus gleichermaßen, unabhängig vom Stadtbezirk. Wichtig, gerade für Erstbesucher: Fahrscheine müssen unmittelbar nach dem Einsteigen an den kleinen gelben Entwertern validiert werden, sonst gilt das Ticket bei einer Kontrolle als ungültig, selbst wenn es korrekt gekauft wurde.
Sprache
Tschechisch ist die Landessprache, in der Innenstadt kommt man mit Englisch fast überall durch, viele Prager, gerade in der älteren Generation, sprechen zusätzlich Deutsch. Ein paar tschechische Grundwörter wie dobrý den (guten Tag) oder děkuji (danke) werden freundlich aufgenommen, sind aber keine Voraussetzung für einen entspannten Aufenthalt.




